ADHS Begleitung

Ganzheitliche Erziehung

Die westliche Gesellschaft hat unzählige Erziehungsstile hervor gebracht. Sie aufzuzählen würde diese Seite sprengen. Auch Kriege und tyrannische Machthaber haben in der Vergangenheit die Kindererziehung beeinflusst. Schreckliche Bücher wie „Die deutsche Mutter und Ihr erstes Kind“ aus der Nazi-Zeit verwirren selbst heute noch einige Mütter. Kinder schreien lassen um die Lungen zu weiten, was hört man sich als junge Mutter alles an. Und unser Bauchgefühl? Selbst das Bauchgefühl wird von fragwürdigen Wissenschaftler:innen, als nicht existent erklärt, als Hirngespinst, welches wissenschaftlich nicht nachweisbar sei. Ja so einen Quatsch habe ich tatsächlich an einer deutschen Hochschule zu hören bekommen. Gott sei Dank, verlasse ich mich immer auf mein Bauchgefühl und nehme nicht alles für wahr, nur weil irgendein Wissenschaftler es für das eine Wahre oder Richtige hält. Zumal es heute sehr wohl wissenschaftliche Belege für die Existenz des Bauchgefühls gibt, nämlich das Darmmikrobiom, welches unsere Wahrnehmung und unser Handeln nicht unerheblich beeinflusst, wenn nicht sogar steuert. „Du bist was du isst“, ist also nicht nur ein Sprichwort, es beschreibt ziemlich genau wie das in unserem Körper abläuft.

Wo ist unser Bauchgefühl in der Kindererziehung geblieben? Babys werden im Kinderwagen herum geschoben, statt getragen zu werden. Zum Glück hat sich der Trend in den vergangenen 20 Jahren wieder dahingehend entwickelt, dass viele Eltern das Tragen wieder für sich entdeckt haben. Das Tragen stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind. Warum ist diese Bindung von der da oft gesprochen wird denn so wichtig? Es gibt sicherlich viele Gründe, doch ein herausstechender ist, dass das Zusammenleben zwischen Eltern und Kind viel entspannter und harmonischer abläuft, wenn eine starke Bindung zwischen ihnen besteht. Um diesen Zusammenhang zu verstehen brauchen wir Beispiele:

Ein 2 - jähriges Kind schüttet immer wieder Wasser aus, es macht ihm Spaß, es hat gerade ein Lernfenster geöffnet, ob wir es nun verstehen oder nicht, ob wir schimpfen oder nicht, dieses Kind wird Wasser auskippen bis sein Lernfenster wieder zu ist und die Lernerfahrung erfolgreich abgeschlossen wurde, so viel steht fest. Aber wie lange kann Mama das geduldig aushalten, aufwischen, erklären? Hier kommt die Bindung wieder ins Spiel. Ist die Bindung zwischen Mutter und Kind stark, wird die Mutter normalerweise viel länger geduldig mit dem Kind sein, als wenn die Bindung schwach ist. Ist die Bindung gestört wird die Mutter viel schneller schimpfen oder bestrafen, auch wenn sie eigentlich weiß, dass ihr Verhalten falsch ist. So kann man auch bei derselben Mutter unterschiedliche Reaktionen auf das Selbe Verhalten verschiedener Kinder beobachten. Es hilft sich in diesem Fall zu reflektieren. Oft wird man feststellen, dass man das eine Kind mehr getragen hat, im Elternbett hat schlafen lassen, spät in eine Betreuung gegeben hat und eine schöne Babyzeit verbringen konnte. Umgekehrt kann man möglicherweise feststellen, dass man bei einem seiner Kinder ungeduldiger reagiert, schneller genervt ist usw., wenn dieses Kind viel im eigenen Bettchen oder im Kinderwagen lag, früh fremd betreut wurde, nicht gestillt wurde, man selbst eine Depression hatte, etc.

Unsere neuen westlichen Erziehungsstile zeigen uns viele Methoden mit unseren Kindern liebevoll umzugehen und sie zu verstehen und ja, auch unsere Bindung zu ihnen zu stärken. Doch leider sind diese Kinder ganz oft auch unerzogen. Sie können sich nicht gut benehmen, sind unfreundlich, Grüßen nicht und die Eltern ernten immer wieder Kritik von Außen. Das ist super anstrengend und nagt auch an der Überzeugungen der Eltern. „Ist das wirklich richtig, wie ich erziehe?“, „Braucht mein Kind vielleicht doch mehr Strenge?“, solche und weitere Fragen schießen Eltern in den Sinn. Dabei gibt es eine sehr einfache Lösung für dieses Problem, deren Umsetzung lediglich ein wenig Übung bedarf. Zunächst hilft es einzusehen: Ja, unsere Kinder sind wohl leider unerzogen. Dafür haben wir bedürfnisorientiert oder bindungsorientiert erzogen und eine super Beziehung zu unseren Kinder und das ist, wie ich finde, viel viel wichtiger als gut erzogen zu sein. Aber unseren Kindern gefällt es auch nicht, wenn sie spüren, dass andere Menschen negativ auf sie reagieren, auch sie fragen sich irgendwann „Liegt es an mir? Warum mögen andere mich nicht?“, wenn sie sich unfreundlich verhalten. Unsere westlichen Erziehungsstile haben leider keine Lösung parat, daher habe ich bei indigenen Gemeinschaften nach einer Lösung für diese Problem gesucht und sie auch gefunden.

Es gibt auch heute noch existierende Gemeinschaften, die bedürfnisorientiert und bindungsorientiert Erziehen und trotzdem subtile Erziehungstricks anwenden, um die Kinder zu geliebten Mitgliedern der Gesellschaft „auszubilden“. Mitglieder, die ihren Wert in der Gemeinschaft kennen und ihren Beitrag gerne leisten. Selbstbewusste, fröhliche Menschen, die gelernt haben mit ihren Gefühlen umzugehen. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass viele dieser Methoden auch in der Sunna des Propheten Muhammad (s) zu finden waren und noch viele weitere wichtige Aspekte der Kindererziehung. Wenn du mehr erfahren möchtest, schau dir gerne meine Playlist auf meinem YouTube Kanal an. Brauchst du meine Hilfe persönlich und individuell auf deine Familiensituation angepasst, vereinbare einfach einen Termin mit mir über meine Kontaktseite.